An ihrem westlichen
Ende verengen sich die Lübarser Wiesen. Zugleich wird es immer feuchter und der
Baumbestand um das Tegeler Fließ nimmt zu. Hier befindet sich die Kolonie Kleinwerder,
ein Siedlungsgebiet, welches überwiegend durch Einfamilienhäuser geprägt ist. An dessen
nördlichen Rand wurde der von den Wiesen kommende Wanderweg durch Bohlen befestigt, so
dass er auch in feuchteren Jahresabschnitten gut begehbar ist. Gleichzeitig dringt er hier
in den immer dichter werdenden Auwald ein, der das Fließ umgibt. Damit tritt zugleich ein
rapider Wandel in der am Wegesrand heimischen Flora ein. Im Schatten der Bäume dominieren
Pflanzen wie Chelidonium majus L. (Schöllkraut), Geum urbanum L. (Echte
Nelkenwurz), Ranunculus ficaria L. (Scharbockskraut), Glecoma hederacea L. (Gundermann) und Urtica
dioica L. (Große Brennessel). Ebenfalls am Wegesrand findet man die nicht so häufig
anzutreffenden Lysimachia vulgaris L. (Gemeiner Gilbweiderich) und Solanum
dulcamara L. (Bittersüßer Nachtschatten). An einigen Zäunen der angrenzenden
Grundstücke windet sich Calystegia sepium (L.) R. BR.
(Zaun-Winde) entlang und empor, tut also genau das, was aufgrund ihres Namens auch zu
erwarten ist, um schließlich im Halbdunkel der Bäume mit ihren leuchtend weißen,
großen Blüten zu erstrahlen. Eindrucksvollste Art in diesem Bereich ist allerdings Humulus
lupulus L., der Gemeine Hopfen, eine der wenigen in Mitteleuropa heimischen Lianen.
Die Pflanzen finden hier scheinbar optimale Wachstumsbedingungen und erreichen
Dimensionen, wie man sie ansonsten nur von bayrischen Plantagen kennt.
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Am Ende dieses Weges und der Siedlung Eichwerder gelangt man zu
einer Freifläche, an der sich verschiedene Wege kreuzen. Hier beginnt zugleich der als
Naturlehrpfad gestaltete "Eichwerder
Steg", der über das Tegeler Fließ und vorbei an einem kleinen, verbreiterten toten
Seitenarm des Fließes führt. Auf den ca. 50 Metern bis zur Fließbrücke führt der Weg
durch ein relativ trockenes Waldstück, in dem wie vielerorts das aus Indien
eingeschleppte Kleine Springkraut (Impatiens parviflora DC.) einen
ausgedehnten Bestand bildet. Während der Anblick des Fließes von der Brücke weniger
spektakulär ist (falls nicht gerade Exemplare der in diesem Gebiet heimischen
Wildschweine zu beobachten sind), hat man beim Überqueren des Steges das Gefühl, sich
eher in einer nordeuropäischen Sumpflandschaft als in der Großstadt zu befinden. Die
offene Wasserfläche wird von einem stattlichen Bestand der Weißen Seerose (Nymphaea
alba L.) besiedelt, wogegen sich an den Ufern sowie im entlang des Fließes
verlaufenden Gürtels zahlreiche Sumpfpflanzen finden. Am Ende des Steges führt der Weg
durch einen sehr feuchten Auwald. Hier begegnet einem dann zum ersten Mal Valeriana
officinalis L. (Echter Baldrian). |